Übergewicht als Krebsrisikofaktor: Neue Daten zeigen deutlich höheren Einfluss
Adipositas gilt seit Langem als Risikofaktor für zahlreiche Krebserkrankungen. Bisherige Schätzungen, die auf dem Body-Mass-Index beruhten, gingen von einem Anteil von etwa 2–8 % aller Krebsfälle aus. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) legt nun nahe, dass dieser Anteil deutlich höher liegt.
Für die Studie wurden Daten von rund 458.500 Teilnehmenden der UK Biobank über einen medianen Beobachtungszeitraum von fast zwölf Jahren ausgewertet. Anstelle des BMI, der nicht zwischen Fett- und Muskelmasse unterscheidet, nutzten die Forschenden Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis als Maß für die stoffwechselaktive Fettverteilung im Bauchraum. Zusätzlich wurden die ersten sieben Beobachtungsjahre aus der Analyse ausgeklammert, um eine Verzerrung durch krebsbedingten Gewichtsverlust vor der eigentlichen Diagnose zu vermeiden – viele Tumoren waren zu diesem frühen Zeitpunkt bereits unerkannt vorhanden.
Mit diesen methodischen Anpassungen stieg der geschätzte Anteil übergewichtsbedingter Krebserkrankungen auf bis zu 11,5 %, mehr als jeder zehnte Fall. Besonders ausgeprägt zeigte sich der Zusammenhang bei Frauen und bei Menschen unter 60 Jahren.
Ein gesundes Körpergewicht und insbesondere ein reduzierter Bauchumfang leisten damit einen relevanten Beitrag zur Krebsprävention. Gerne beraten wir Sie in unserer Apotheke zu Gewichtsmanagement und Präventionsmöglichkeiten.
Literatur
Adhikari LK, Safizadeh F, Mandic M, Brenner H. Excess Weight May Account for More than Ten Percent of all Cancers: The Underestimated Impact of the Obesity Epidemic. Cancer Communications 2026.

