Masern sind in Europa wieder auf dem Vormarsch

Aktuell / Archiv
Masern sind in Europa wieder auf dem Vormarsch

Masern sind in Europa wieder auf dem Vormarsch

In zahlreichen Staaten Europas erleben Masern derzeit ein unerwünschtes Comeback. Schuld daran ist laut Experten auch die Skepsis der Impfgegner, die diese hoch ansteckende Infektionskrankheit unterschätzen.

Masern sind – entgegen einer weit verbreiteten Meinung – keine harmlose Kinderkrankheit. In der EU haben sich im Vorjahr mehr als 21.000 Menschen, etwa viermal so viele wie im Jahr zuvor, mit dem Virus infiziert. Laut einer Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im vergangenen Jahr in Europa 35 Menschen an den Masern gestorben. Besonders betroffen waren die Menschen in Rumänien mit mehr als 5500 gemeldeten Fällen, in Italien und der Ukraine.

Masernviren sind extrem ansteckend und werden beim Sprechen, Husten oder Niesen über kleine Tröpfchen in der Luft übertragen. Der typische Verlauf der Erkrankung ist gekennzeichnet von Fieber, Kopfschmerzen, Lichtscheu, Husten und Bindehautentzündung. Nach zwei bis drei Tagen erscheinen sogenannte Kopliksche Flecken (feine kalkspritzerartige Stippchen an der Wangenschleimhaut), die ganz besonders typisch sind. Das Fieber fällt dann nach ungefähr drei Tagen ab, und dann tritt der Hautausschlag auf, der der Erkrankung den Namen gegeben hat. Ausgehend vom Gesicht breitet sich der Ausschlag über den Körper bis zu den Füßen aus. Die Schüppchen, die sich auf der Haut bilden, sind grobfleckig und unregelmäßig begrenzt. Nach etwa einer Woche blasst der Ausschlag ab.

Masern können einige ernstzunehmende Folgeerkrankungen verursachen, beispielsweise eine Lungen- und Mittelohrentzündung, sowie schwere Erkrankungen des Zentralnervensystems. Gefürchtet sind hier insbesondere die Masern–Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns, die tödlich oder mit bleibenden Schäden enden kann, und die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis, eine Spätkomplikation nach einer Maserninfektion, die ebenfalls zu schwersten gesundheitlichen Schäden führen kann. Bei dieser glücklicherweise nicht häufig auftretenden Folgeerkrankung, die sich durchschnittlich sechs bis acht Jahre nach Infektion zeigt, kommt es zu einer Entzündung der Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks. Beginnend mit psychischen und intellektuellen Veränderungen schreitet die Erkrankung mit neurologischen Störungen und Ausfällen fort, bis es zum Verlust von Gehirnfunktionen kommt. Eine lebensrettende Therapie ist derzeit nicht verfügbar.

Auch in Österreich wurden vergangenes Jahr 95 Masern-Erkrankungen registriert. Alle hätten durch eine Impfung verhindert werden können. Ein beunruhigender Grund für die steigenden Zahlen ist vor allem die zurückgehende Impfquote.

 

Apotheke zum Schutzengel © 2015 All Rights Reserved.

Impressum | Datenschutzerklärung